'Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten.'

- Robert Browning

DAS ZEICHNEN UND DAS MATERIAL

Um Portraits zu zeichnen, wie man sie in meiner Galerie findet, benötigt man natürlich – Materialien. Klar, man sollte meinen, für den Anfang genügt ein einfacher Bleistift und etwas Druckerpapier, aber niemand sollte sich wundern, wenn das Ergebnis nicht ganz den Vorstellungen entspricht. Besonders Anfänger sollten beim Zeichnen nicht auf günstige Materialien vertrauen, da sie nicht selten einen ungünstigeren Abrieb der Pigmente haben. Zum Glück darf man sagen, dass das Zeichnen kein allzu teures Vergnügen ist, denn während das Malen mit Öl- oder Acrylfarben mitunter verlangt, dass man tief in die Tasche zu greifen hat, benötigt man zum Zeichnen monochromatischer Portraits lediglich ein paar vernünftige Stifte, einige Pastelle und etwas Künstlerpapier. Daher bietet sich das Zeichnen als ideale Einstiegsmöglichkeit in die Welt der Kunstschafferei an - zumal man durch das Zeichnen eine Basis legt, auf die man später immer zurückgreifen kann.

Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Utensilien vorstellen, die ich quasi tägliche benutze; manche davon sind für mich essentiell und ich kann nicht auf sie verzichten, andere wiederum runden meine Palette ab und erlauben mir Freiheiten und Möglichkeiten, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Aber man sollte niemals vergessen: Ich habe im Laufe der Jahre die Materialien, die ich verwende, meinem Zeichenstil angepasst – weswegen Sie unter Umständen mit den Utensilien, die ich beim Zeichnen verwende, herzlich wenig anfangen können. Daher möchte ich Sie ermutigen, stets aufs Neue Stifte und Papiere auszuprobieren, bis Sie gefunden haben, was Ihnen bei Ihrem Zeichnen weiterhilft. Dass Sie dann und wann einen Fehlkaufen machen werden – akzeptieren Sie das ohne schlechtes Gewissen, denn letztlich, persönlich kann ich sagen, dass circa 90 Prozent aller Materialien, die ich zum Probieren gekauft habe, kein weiteres Mal in meinem Einkaufwagen landeten. Das macht aber nichts, denn die restlichen 10 Prozent haben mein Zeichnen auf eine Weise weitergebracht, wie es sonst nicht möglich gewesen wäre. Und die Fehlkäufe? Auch für sie findet sich in der Regel eine Verwendung, beispielsweise um Skizzen zu zeichnen oder Untermalungen für meine Portraits anzufertigen – weswegen das Geld nicht ganz umsonst ausgegeben wurde.

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Für meine Portraitmalerei unverzichtbar: Reißhoklestifte

REISSKOHLESTIFT PITT MONOCHROME

Der Pitt Reißkohlestift vom renommierten Hersteller Faber-Castell zeichnet sich durch ein dunkles Schwarz aus, durch einen sanften Abrieb und durch eine gute Haftung auf dem Untergrund. Er lässt sich nach dem Auftragen mit dem Finger, mit einem Tuch oder mit einem Estompen etwas verwischen, weswegen je nach Einsatzzweck Schattenverläufe mit ihm zu realisieren möglich sind. Es gibt ihn in drei Härtegraden: Soft, Medium und Hard. Ich empfehle den harten Stift, da er sich für meine persönliche Portraitmalerei ideal eignet – aber probieren Sie selber, welcher Härtgrad zu Ihrem Zeichenstil optimal passt!

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Gerne genutzt bei der Portraitmalerei: Zeichenkohlestift

KOHLESTIFT PITT MONOCHROM

Der Pitt Kohlestift ist vergleichbar mit dem Pitt Reißkohlestift, da er einen ähnlich sanften, gleichmäßigen Abrieb hat, den man gut kontrollieren kann. Einzig die Farbintensität ist im Vergleich zum Reißkohlestift etwas sanfter und heller, da die Miene ein höherer Anteil an natürlicher Zeichenkohle enthält – weswegen sich der Stift hervorragend eignet, um dunkle Mitteltöne zu setzen. Des Weiteren lässt er sich der Farbauftrag leichter mit einem Finger, einem Tuch oder einem Estompen verwischen, weswegen sich Schattenverläufe im gezeichneten Portrait besser darstellen lassen. Ein Stift, den ich zum Zeichnen kleinerer und mittelgroßer Portraits gerne nutze – sehr zu empfehlen! Es gibt ihn in drei Härtegraden: Soft, Medium und Hard.

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Wer ein Portrait zeichnen lassen will, darf Qualität erwarten: Der Ölstift von Faber-Castell

ZEICHENSTIFT PITT OIL BASE

Der ölhaltige Zeichenstift vom Hersteller Faber-Castell zeichnet sich durch einen feinen, sanften Abrieb aus, weswegen man ihn hervorragend zum Zeinchen von detaillierten Arbeiten nutzen kann. Aufgrund seiner fetthaltigen Eigenschaften ist er nur begrenzt verwischbar, was sowohl von Vor- wie auch von Nachteil ist. Wegen seiner wasserresistenten Eigenschaften eignet er sich hervorragend für Untermalungen bei Portraitmalereien in Öl oder Aquarell, doch auch als reiner Zeichenstift macht er aufgrund seiner guten Dosierbarkeit immer eine hervorragende Figur, da sich ohne viel Mühe sämtliche Graustufen umsetzen lassen. Es gibt ihn in fünf Härtegraden: Extra Soft, Soft, Medium, Hard, Extra Hard. Für mich ein unverzichtbares Werkzeug, um meine gezeichneten Bilder umsetzen zu können.

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Für Portraitzeichnungen in kleinem Format: Castell 9000

FABER CASTELL 9000

Wer sich ein Portrait in einem kleinen Format wünscht, sollte bei einer realistischen Darstellungsweise auf Künstler- oder Bleistift zurückgreifen, da sowohl Kohle wie auch Pastell zu grobe Strukturen hinterlassen. Der Castell 9000 darf als echter Klassiker unter den Bleistiften bezeichnet werden – und das nicht ohne Grund. Sein Abrieb ist sehr fein, was eine optimale Kontrolle zulässt, und darüber hinaus lässt er sich bei Bedarf auch einfach mit einem Radierer entfernen. Erhältlich in 16 verschiedenen Härtegraden, können mit ihm kontrastreiche, fein ausgearbeitete Portraitzeichnungen geschaffen werden, weswegen ich ihn gerne nutze für meine Portraitmalerei. Für die ganz dunklen Töne sollten hingegen Künstlerstifte genutzt werde, da selbst mit einem weichen Bleistift kein tiefes Schwarz niedergelegt werden kann – es sei denn, man verwendet den Staedtler Mars® Lumograph® in der Stärke 8B, der mehr ist als nur ein reiner Graphitstift.

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Kontraste beleben die Portraitmalereien: STAEDTLER MARS® LUMOGRAPH®

STAEDTLER MARS® LUMOGRAPH®

Ähnlich wie Faber-Castell kann auch das Unternehmen Staedtler auf eine lange Tradition zurückblicken – was man den Bleistiften mit der Bezeichnung Mars® Lumograph® auch anmerkt, die eine vergleichbar gute Handhabung garantieren wie die Castell 9000. Etwas härter im Abrieb, bieten sie bei feinsten Detailarbeiten kleine Vorteile, aber im Großen und Ganzen sind die Unterschiede relativ gering, weswegen es eine reine Geschmacksfrage ist, welchen Bleistift man für seine Arbeiten nutzt. Ebenfalls erhältlich in 16 Härtegraden, gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied, den man sich zunutze machen sollte bei seinen Portraitmalereien: Der Staedtler Mars® Lumograph® in der Härte 8B besitzt eine deutlich intensivere, dunklere Farbe, die beinahe schwarz ist. In diesem Punkt unterscheidet er sich deutlich vom Castell 9000 8B, mit dem man selbst bei hartem Auftrag nur ein tiefdunkles Grau erzielen kann. Ich vermute, in der Mine des Staedtler Mars® Lumograph® 8B findet sich nicht nur Garphit, sondern auch Ruß - zumindest erweckt der Pigmentauftrag diesen Eindruck. Wissen tue ich es nicht, aber die Vorteile, die dieser Stift bietet, nutze ich gerne bei meinen Portraitmalereien im kleineren Format.

Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Henri Roché - für gezeichnete Bilder nur das Beste

HENRI ROCHÉ PASTELLE
Was denken Sie, wie kann man einem Künstler, dessen Herz für Pastelle schlägt, eine Freude machen? Die Antwort ist einfach: Man schenke ihm Pastellbox von Henri Roché. Das französische Traditionsunternehmen, das seit knapp 300 Jahren Pastelle der Spitzenklasse herstellt, wurde schon von namhaften Künstlern wie Chéret oder Degas verwendet, und hat man die Pastelle einmal in der Hand gehalten, wird einem bewusst, wie diese einzigartigen Künstler so manchem Pigmentzauber bei ihren en Bildern haben bewerkstelligen. Besonders auffallend ist die elegante, lange Form der Pastelle, die es dem Künstler ermöglicht, das Ende des Pastells locker zwischen den Fingern zu halten, während er an seinem en Bild arbeitet. Auch wenn die Pastelle von Henri Roché nicht so weich sind wie die von Schmincke oder Sennelier, lassen sie sich wunderbar gleichmäßig auf dem Papier verreiben. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass sie in der Anschaffung relativ kostenintensiv sind - weswegen sie im Preis-Leistungs-Verhältnis nur durchschnittlich abschneiden. Wer jedoch Wert legt auf Qualität und für seine en Arbeiten nur das Beste will, ist mit den Pastellen von Roché sehr gut beraten.
Zeichenstift, Zeichnen Portrait

Für meine Auftragsmalerei unverzichtbar: Derwent Pastellstifte

DERWENT PASTELLSTIFTE
Bei Derwent handelt es sich um einen englischen Hersteller, der im Jahr 1832 gegründet wurde und seitdem Bleistiften, Künstlerstiften und anderes Büromaterial herstellt. Für mich besonders interessant sind die Pastellstifte von Derwent - selbst wenn sie nur verhältnismäßig wenig zum Einsatz kommen, bieten sie mir bei meinen en Portraits aufgrund ihres Pigmentabrieb Möglichkeiten, die mir kein anderer Stift zu bieten hat. Erwähnenswert ist der carbonschwarze Pastellstift von Derwent, der ein helles Schwarz hinterlässt, das besonders bei Schlagschatten eine gute Figur macht. Des Weiteren begeistert mich auch die Konsistenz des Stiftes, da man die einzelnen Pigmente beim Verreiben unter den Fingern regelrecht spüren kann - und je nach Ausmaß des Drucks lassen sie sich wunderbar in das Papier einreiben, womit sich eine gleichmäßige, ebene Fläche erzeugen lässt, oder man kann sie vorsichtig auf dem Papier verteilen, womit sich bei den gezeichneten Arbeiten interessante, subtile Strukturen erzeugen lassen, die dem Auge Spannung und Abwechslung bieten. Etwas schade ist, dass Derwent kein dunkles Schwarz bei seinen Pastellstiften im Angebot hat, weswegen sie sich nur bei den helleren Schwarztönen verwenden lassen - und dies auch nur mit Vorsicht, da die Pigmente, welche Derwent nutzt, eine hohe Intensität besitzen, weswegen sie das e Bild sehr schnell dominieren können.

...to be continued

  • facebook
  • twitter
  • deviantart
  • email

Sitemap | Datenschutz | Impressum | Widerrufsbelehrung | Google+