Portraitmalerei, Auftragsmalerei Dominik Schmidt - Egon Schiele

'Den Künstler hemmen ist ein Verbrechen, es heißt keimendes Leben morden!'

- Egon Schiele

Manche Menschen leben leider viel zu kurz auf dieser Welt – und dennoch, obwohl ihnen nur wenige Jahre vergönnt sind, in denen sie mitunter viel Leid und Schmerz zu ertragen haben, schaffen sie es, die Welt zu bewegen. Einer dieser Menschen ist Egon Schiele. Am 12 Juni 1980 in Niederösterreich geboren, verstarb er im Alter von 28 Jahren an der spanischen Grippe, die 1918 gegen Ende des 1. Weltkrieges die österreichische Hauptstadt auf verheerende Weise heimsuchte. Doch nicht nur, dass Egon Schiele viel zu früh verstarb, auch im Leben war der Tod für ihn ein schmerzvoller Begleiter: Die älteste seiner drei Schwestern starb, als sie gerade zehn Jahre alt war, sein Vater verstarb, als Egon 14 Jahre alt war, und auch seine im sechsten Monate schwangere Ehefrau fiel ein Jahr vor seinem eigenen Tod der spanischen Grippe zum Opfer. Die Erfahrungen des Lebens prägen die Kunst, die ein Künstler aus seinem Inneren erschafft – was man den Werken von Egon Schiele anmerkt. Intensiv, dunkel, kompromisslos und voller tiefer Leidenschaft besitzen seine gezeichneten und gemalten Portraits und Bilder auf verstörende Art eine einmalige Schönheit, der man sich kaum entziehen kann.

EGON SCHIELE – DIE ANFÄNGE SEINES ERFOLGS

Bereits in jungen Jahren wurde das Talent von Egon Schiele vom Kunstlehrer Ludwig Karl Strauch zusammen mit dem Klosterneuburger Künstler Max Kahrer erkannt und gefördert, die ihn dabei unterstützten, eine Bewerbung für die Wiener Akademie der bildenden Künste zu verfassen, welche ihn im Alter von 16 Jahren aufnahmen. Anfangs begeistert, wurde Egon Schiele schnell müde des starren Akademiealltags, der ihm zu wenig Freiraum bot, weswegen er nach zwei Jahren die Akademie verließ und zusammen mit einigen befreundeten Künstlern eine eigene Kunstgruppe gründete. Prägend war für ihn der Kontakt mit Gustav Klimt, der für ihn teils zu einer Vaterfigur wurde. Schnell konnte Egon Schiele auch dank der Förderung von Gustav Klimt und dem Kunstkritiker Arthur Roessler erste Erfolge verbuchen, und spätestens, als die Kunstsammler Oskar Reichel und Carl Reininghaus auf ihn aufmerksam wurde, die ihm wiederholt Auftragsmalereien zukommen ließen, fand er Einstand in der Kunstszene von Wien, wodurch er trotz seines Alters von knapp 20 Jahren finanziell abgesichert war.

KOMPROMISSLOSE KUNST

Die Kunst von Egon Schiele kannte keine Kompromisse – weswegen er sich auch nicht davor scheute, zahlreiche erotische und sexuelle Darstellung von Menschen anzufertigen, was vor 100 Jahren aufgrund der exzessiven Art für Aufsehen sorgte. Als obszöne Pornografie verschrien, wurde Egon Schiele im April 1912 von der Polizei verhaftet, da man ihn des Kindesmissbrauchs verdächtigte. Auch wenn sich die Vorwürfe als haltlos erwiesen, weswegen er nach einer vierundzwanzigtägigen Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde, wurde er vom Gericht dennoch verurteil, da er nach Ansicht des Richters unsittliche Zeichnungen verbreitet hatte. In dieser Zeit wendeten sich viele vermeintliche Freunde von Egon Schiele ab und ließen ihm keine Unterstützung zukommen, was ihn sehr bedrückte – mit Ausnahme von Wally Neuzil, eine Frau, die ihm im Herbst 1911 zum ersten Mal Modell stand und die ihn unterstützte, obwohl sie sich damals kaum kannten. Es war mehr, als nur eine Freundschaft – ergriffen von ihrer liebevollen, sorgsamen Art verliebte sich Egon Schiele in sie, und da Wally ebenfalls tiefe Gefühl für ihn empfand, heiratete das Paar im Juni 1915, nachdem sie einige Jahre sehr zum Missfallen der Gesellschaft in wilder Ehe miteinander lebten.

WERKE

Schon zu Lebzeiten konnte Egon Schiele mit seinen Gemälden große Erfolge erzielen – und heutzutage gilt er als einer der begehrtesten Künstler, der die Wiener Moderne maßgeblich widerspiegelt. Als gebürtiger Österreicher verwundert es nicht, dass sich die größte Sammlung von Gemälden und Portraits in Wiener Museen finden lässt, wobei er auch international einen hohen Stellenwert genießt, was man an den Preisen sehen kann, die auf internationalen Auktionen für seine Werke gezahlt werden. Das Gemälde „Häuser mit bunter Wäsche“ wurde beispielsweise von Sotheby’s im Jahr 2011 für 27,6 Millionen Euro versteigert, während das „Porträt von Wally“ für 19 Millionen Euro verkauft wurde.

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Dark Haired Girl - Kohle - Watercolour

egon schiele - 3

Seated Woman With Bent Knee - gemalt mit Gouache und Aquarell

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Portrait Of Valerie Neuzil - gemalt in Öl

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Self Portrait Facing Right - gezeichnet und genalt

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Portrait Of Eduard Kosmack - gezeichnet, Kohle

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Portrait Of The Artist's Wife

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Girl In Black - Aquarell

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Portrait Of Madam Dr. Horak - gezeichnet mit Pastellen und Reißkohle

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Woman With Blue Stockings - gemalt und gezeichnet, Kohle und Aquarell

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Self Portrait Nude - Zeichnung in Kohle und Watercolour

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